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Nachhaltigkeit im Online-Handel: 4 Best-Practice-Beispiele

- E-Commerce

Nachhaltigkeit ist das Thema der Stunde in der heutigen Konsumentenwelt. Diese Entwicklung hat natürlich auch Auswirkungen auf deinen Onlineshop. Derzeit sind etwa nachhaltige Waren, eine umweltfreundliche Verpackung und ein klimaneutraler Versand wichtige Voraussetzungen für den Verkaufserfolg. Wir zeigen dir anhand konkreter Beispiele, was nachhaltiger E-Commerce bedeutet.

Nachhaltigkeit im Online-Handel: 4 Best-Practice-Beispiele

Warum nachhaltiger E-Commerce?

Der stetig wachsende Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit macht sich mittlerweile in beinahe jedem Lebensbereich bemerkbar. Der Online-Handel ist hier keine Ausnahme. Im Gegenteil: Immer mehr Kunden haben ein größeres Umweltbewusstsein und entscheiden sich deshalb für möglichst klimaneutrale Waren, die sie guten Gewissens kaufen können. Besonders jüngere Generationen legen zunehmend Wert auf Unternehmen, die Nachhaltigkeit großschreiben.

Doch sind Nachhaltigkeit und E-Commerce nicht ein Widerspruch? Schließlich müssen Produkte für den Transportweg stets verpackt werden und häufig lange Strecken zur Bestelladresse zurücklegen. Grüner E-Commerce scheint zwar ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, doch es gibt einige Wege, wie du als Online-Händler ein bewusstes Zeichen für mehr Nachhaltigkeit setzen kannst. Mittlerweile gehen bereits einige E-Commerce-Unternehmen mit gutem Beispiel voran.

#1 Nachhaltiges Produktsortiment

Der wohl offensichtlichste Weg, um für mehr Umweltverträglichkeit im E-Commerce-Bereich zu sorgen, ist das Angebot von möglichst nachhaltigen Waren. Manche Onlineshops nehmen ausschließlich Waren auf, die ihrem Verständnis zufolge als umweltfreundlich gelten. Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist der Avocadostore, eine Online-Plattform, auf der Kunden eine nachhaltige Alternative für beinahe jedes herkömmliche Produkt finden.

Jeder Anbieter, der im Avocadostore vertreten sein möchte, muss begründen, was seine Produkte nachhaltig macht. Dazu stellt der Avocadostore zehn Nachhaltigkeitskriterien zur Verfügung, denen die einzelnen Waren zugeordnet werden müssen:

  • Made in Germany
  • Rohstoffe aus biologischem Anbau
  • ressourcenschonende Herstellung
  • schadstoffreduzierte Produktion
  • lange Lebensdauer
  • Erfüllung des Cradle-to-Cradle-Prinzips
  • recycelt und recyclebar
  • CO2-Spartrend
  • fair und sozial
  • vegan

Alle diese Nachhaltigkeitskriterien sind gleichgestellt, d. h. keines hat einen höheren Stellenwert als ein anderes. Wichtig ist nur, dass jedes Produkt, das im Avocadostore angeboten werden soll, mindestens eines dieser Kriterien erfüllt, um es auf die Online-Plattform zu schaffen.

#2 Umweltfreundliche Verpackung

Zu den größten Herausforderungen im E-Commerce zählen die Unmengen an Verpackungsmüll, die mit jedem Warenversand anfallen. Insbesondere die erschreckend großen Mengen an Plastik im Meer lassen viele Konsumenten aufhorchen. Als Online-Händler musst du heute damit rechnen, dass du immer mehr Kunden nur erreichst, wenn du auf umweltfreundliche Verpackungslösungen setzt. Der vollständige – oder zumindest teilweise – Verzicht auf Plastikmüll gehört hier natürlich dazu.

Es gibt bereits einige Online-Händler, die die bestellten Waren in möglichst umweltfreundlichem Verpackungsmaterial liefern. Ein Vorzeigebeispiel ist das österreichische Unternehmen Sonnentor, das sich auf die Herstellung und Vermarktung von Kräutern, Tees und Gewürzen spezialisiert hat. Die bestellten Waren werden ausschließlich mit Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen verpackt (z. B. Holz aus FSC®-zertifizierten Wäldern). Produkte aus Glas und Metall – nicht kompostierbare Werkstoffe – können hingegen wiederverwertet werden.

#3 CO2-neutralerer Versand

Die Lieferung direkt vor die Haustüre ist für Konsumenten zwar ein großer Vorteil, aber die CO2-Bilanz wird enorm belastet – besonders Teillieferungen sind ineffizient. Grüner E-Commerce bedeutet also nicht nur nachhaltige Waren und umweltfreundliches Verpackungsmaterial, sondern auch möglichst klimaneutrale Versandoptionen – und das mit einem der größten Paketdienste in Deutschland:

Deutschlands größte Paketdienste im Jahr 2019 (©alaiko.com)

Viele dieser Paketdienste setzen bereits ein bewusstes Zeichen für die Umwelt. Die Deutsche Post DHL Group hat es sich z. B. zum Ziel gesetzt, die CO2-Effizienz bis 2025 um 50 % zu reduzieren. Der führende Paketdienst ermöglicht einen klimaneutralen Versand mit der cleveren Versandlösung GoGreen. Das bedeutet, dass die Deutsche Post für jede Treibhausgasemission sogenannte Emissionsgutschriften kauft. Diese Investition wird weltweiten Klimaschutzprojekten zuteil, die sich für die Reduktion des CO2-Ausstoßes einsetzen.

#4 Zukunftsfähiges Retourenmanagement

Rücksendungen sind ein besonders leidiges Thema im E-Commerce. Verlustgeschäfte, zusätzliche Kosten, zeitaufwändige Bearbeitung der Retoure und ein rasantes Ansteigen der Treibhausgasemissionen sind damit verbunden. Doch Rücksendungen – besonders bei Bekleidung und Schuhen – liegen in der Natur des Online-Handels. Schließlich können Konsumenten erst nach dem Eintreffen der Bestellung wirklich beurteilen, ob das jeweilige Produkt ihren Vorstellungen entspricht.

Retouren können natürlich niemals vollständig vermieden werden, aber als Online-Händler kannst du gezielte Maßnahmen setzen, um die Anzahl der Rücksendungen zu verringern. Wichtig ist hier, dass Konsumenten bei Erhalt ihrer Bestellung keine bösen Überraschungen erleben. Mit diesen Methoden kannst du das Image deines E-Commerce Shops verbessern:

  • aussagekräftige Produktbeschreibungen
  • Produktbilder in hoher Auflösung
  • ergänzende Produktbilder in Anwendung und mit Maßen für einen Größenvergleich
  • Kundenbewertungen
  • Beratung vor und nach dem Kauf
  • schnelle Lieferung und Tracking

Ein Vorzeigebeispiel ist der Onlinekonzern Zalando, der die Retourenquote beispielsweise mit Größenempfehlungen auf einem Minimum hält. Durch ein eigenes Team aus Fitting Models, Data Scientists, Software Ingenieuren und Business Developern wird die Passform des Kleidungsstücks bewertet und den Kunden bei der Bestellung zu einer kleineren oder größeren Größe geraten. Somit können der Versand falscher Kleidungsgrößen vermieden und Rücksendungen aus diesem Grund eingedämmt werden.

Schlusswort

Das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile in fast allen Lebensbereichen allgegenwärtig – auch vor dem E-Commerce macht der Umweltschutz nicht Halt. Als Online-Händler solltest du unbedingt ein bewusstes Zeichen für Nachhaltigkeit setzen, um den Anforderungen deiner Kunden gerecht zu werden. Mit einem nachhaltigen Produktsortiment, umweltfreundlichen Verpackungen, CO2-neutralem Versand und zukunftsfähigem Retourenmanagement wird sich dein Onlineshop bestimmt großer Beliebtheit erfreuen.

Benötigst du Unterstützung auf dem Weg zum nachhaltigen E-Commerce-Unternehmen? Dann schreibe uns eine Nachricht an marketing@w3work.de. Wir stehen dir mit Rat und Tat zur Seite.

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